Der dressierte Mensch oder die Macht des Geistes

Wenn eine Gesellschaft funktionieren soll, ist es notwendig, dass sich alle darin Lebenden an einige Gebote und Gesetze halten. Das ist völlig normal und auch legitim, schließlich endet die Freiheit des einen dort, wo er die Freiheit eines anderen beginnt, einzuschränken. Es kann also nicht jeder machen, was ihm gefällt, sonst hätten wir bald Mord- und Totschlag (Lassen wir die kommende Zeit, die uns, „dank“ Merkel, vermutlich blüht, mal außer Acht), wir hätten Anarchie und Chaos.

Egal, wo man hinschaut, in welches Land, in welche Kultur, irgendwo auf diesem Planeten: Alle Menschen haben sich an gewisse Regeln des Zusammenlebens zu halten (außer natürlich diejenigen, die seit kurzem in Deutschland und Europa einfallen).

Auf diese neuen, immer schlimmer werdenden Zustände in unserem und anderen europäischen Ländern wollen wir hier aber nicht näher eingehen, sondern uns tatsächlich mit uns selbst beschäftigen.

Was halten Sie von unsichtbaren Mauern? Gibt es nicht, denken Sie? Doch, wir erschaffen sie uns immer wieder neu und manche davon sind so albern, dass man sie beinahe als Schildbürgerstreich bezeichnen könnte.

Sind Sie Raucher? Nein? Aber auch als Nichtraucher haben Sie sicherlich auf den Bahnhöfen in unserem Land schon einmal diese gelben Vierecke gesehen: Diese auf den Boden gemalten Vierecke kennzeichnen hierzulande tatsächlich die Raucherzonen! Ein Viereck, welches man einfach auf den Boden gemalt hat. Da ist keine Glaswand, keine Mauer, nichts… Und was macht der betroffene Raucher also, wenn es ihm nach einer Zigarette gelüstet? Richtig, er geht brav in sein auf den Boden gemaltes Rauchergefängnis und pafft dort, wo man es ihm gestattet hat.

Da ist, wie gesagt, keine Mauer, kein Bretterzaun, keine Glaswand und dementsprechend auch keine Tür oder ein Fenster.

Der Raucher steht in diesem Viereck und bildet sich also ein, dass um ihn herum ein geschlossener Raum ist, den er für sein „Laster“ nutzen kann – und (!) dass er damit andere, also Nichtraucher, nicht durch seinen Qualm belästigt.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob das tatsächlich einem gesunden Geist entspricht?

Wie blöd, oder bescheuert, muss man sein, um sich von einem auf den Fußboden gemalten Viereck einsperren zu lassen?

Wie krank sind wir schon, uns einzubilden, dass dieses Viereck eine Erlaubniszone darstellt und dass andere durch das Rauchen unbehelligt bleiben würden? Uns vorzustellen, dass der Rauch, den Raucher produzieren, andere nicht „belästigen“ würde? – Hilft das dann auch, wenn wir einen fahren lassen?

Stellen Sie sich einmal vor, auf diesem rund 3 x 3-Meter großen Viereck stünden zehn bis zwölf Leute. Das würde schon mal verdammt eng, und keiner von denen täte sich trauen, sich mit seiner Kippe außerhalb dieses Vierecks aufzuhalten. Da ja aber alle annehmen, dass sie sich in einem „geschlossenen Raum“ aufhalten, muss doch die Luft darin „logischerweise“ ganz schön dick werden. Und dann ist da ja nicht mal ein Fenster, welches man öffnen könnte, um diesen imaginären Raum zu lüften. Und wehe, da lässt nun einer einen fahren: Na, dann suchen Sie doch mal die Tür, um den Raum, indem Sie sich ja befinden, zu verlassen…

Merken Sie was? Was sind wir denn also schon für eine bekloppte Masse, dass wir uns in einen Raum einsperren lassen, den es gar nicht gibt?!

Aber was meckere ich hier herum? Mit unserer Freiheit machen wir es doch genauso, oder?

Expresszeitung.com - Jetzt abonnieren!

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei