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Woher kommt der Patriotismus eigentlich?

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass der Patriotismus ja erst im 18. Jahrhundert entstanden ist und in der Folge zur Selbstüberschätzung geführt hat. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ja, es ist richtig, dass der sogenannte Patriotismus im 18. Jahrhundert seine Anfänge nahm.  Allerdings entstand der nicht so ohne weiteres.

Rainer Hill

Seine ersten Gehversuche unternahm er in Frankreich und wer sich mit Geschichte auch nur ein wenig auskennt, der weiß, dass die Franzosen durch ihre Adligen doch recht gebeutelt waren. Rackerten sich tagein, tagaus auf den Feldern ab und mussten Abgaben entrichten, so dass am Ende nichts mehr für die eigenen Familien übrig blieb. Wogegen die Adligen von der einfachen Leute Arbeit lebten. Die Adligen liebten ihre Verschwendungssucht und das Volk war ihnen egal. Kommt bekannt vor? Das Volk litt Hunger und Not und als einzige Antwort hatte Marie-Antoinette nur den blödsinnigen Kommentar: Wenn die Leute kein Brot zum Essen haben, sollen sie doch Kuchen essen.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Damals lebten die Familien noch als Sippe auf einer Scholle, also auf dem Bauernhof.  So eine Sippe, das waren doch schon mehr als 15 Familienmitglieder, sowie Knechte und Mägde. Diese Sippen/Familien also, haben Jahrzehnte/Jahrhunderte lang die Felder beackert und das Vieh gehütet. Kein Wunder also, dass bei den Familien irgendwann einmal der Gedanke aufkam, dass es ja eigentlich ihr Land sein müsste, welches sie da bewirtschaften. Ihr Land, ihre Heimat.

Die Geschichte ist bekannt, man war allgemein der Ansicht, dass man gut auf die „Fresssäcke“ in den Palästen verzichten konnte und die Revolution nahm ihren Lauf.

Wie man gut sehen kann, hat das nun gar nichts mit überzogener Selbsteinschätzung zu tun, eher mit ausgleichender Gerechtigkeit. Ich bearbeite den Acker, also ist er mein! Mein Schweiß, mein Blut!

Die Revolution in Frankreich machte mehr oder weniger Schule, bzw. brachte sie Kinder hervor. Nicht gemeint sind damit die Rivalitäten in Frankreich selbst, wo die Revolution aus Machtgier ihre Kinder fraß, sondern jener Geist des Patriotismus von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, der europaweit um sich griff. Und ja, so machte der Begriff Patriotismus die Runde.

So weit, so gut. Der Begriff Patriotismus wurde also erstmalig im 18. Jahrhundert verwendet. Das heißt aber nicht, dass es Patriotismus nicht auch schon früher gab.  Das ist ähnlich wie der Begriff „Völkermord“. Dieser Begriff wurde auch erst 1947 sagen wir: rechtsverbindlich festgestellt, um der völkerrechtlichen Verbrechen im zweiten Weltkrieg zu gedenken.

Das heißt aber noch lange nicht, dass ein Völkermord vorher niemals begangen wurde. Möchte natürlich heute keiner mehr was von wissen, außer dass die Deutschen offiziell diejenigen sind, die jemals einen Völkermord begangen haben. Aber, aber! Die Geschichte lehrt uns doch etwas anderes. Nehmen wir einmal nur Amerika. Also Nord- und Süd! Da gab es mal eine Unzahl eingeborener Stämme bzw. Völker, die während der Invasion durch Europäer, insbesondere der Engländer, Spanier und Portugiesen, so ziemlich ausgerottet wurden. Die Inkas, die Mayas, die Azteken, die nordamerikanischen Indianerstämme, deren kläglich Überreste heute in Reservaten leben.

Auch den Türken kann man den Völkermord an den Armeniern vorwerfen. Halt, Australien! Was haben die Engländer mit den australischen Eingeborenen, den Aborigines, gemacht? Richtig, auch hier Völkermord. Und so zieht sich das Ausrotten ganzer Völker durch die Geschichte. Nur, dass man das so nicht nennt, weil dieser Begriff eigens für Deutschland reserviert war. Zumindest am Anfang. Die USA betreiben beinahe seit ihrer Entstehung Morde in Größenordnungen. Klagt da jemand? Oder Israel; permanentes Meucheln und Vertreibung der Palästinenser.

Genug! Was damit bewiesen werden sollte, ist hoffentlich geschehen. Patriotismus gab es auch schon vor dem 18. Jahrhundert, man nannte ihn nur nicht so. Mag eventuell damit zusammenhängen, dass Patriotismus eben national ist und der Gedankenumschwung, dass das Land, die Felder und Wälder ja eigentlich eher dem Volk gehören sollten, als den Adligen trat immer häufiger beim Volke auf. Man hatte genug davon für Gott, den König und das Vaterland in irgendwelche Kriege zu ziehen, wenn den König und den restlichen Adel, die Sorgen und Nöte des Volkes am Ende doch nicht kümmern.

Ja, man empfand sich damals bereits als Nation. Und nein, die Deutschen, oder „den“ Deutschen, gibt es auch nicht erst seit jenen Tagen. Die Deutsche Nation, also Deutschland, gibt es schon seit dem 9.Jahrhundert. Ja, da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich.

Nannte sich damals das „Heilige Römische Reich Deutscher Nationen“. Der Begriff „deutsch“  ist also rund 1300 Jahre alt, inklusive diverser sprachlicher Korrekturen/Umformulierungen.

Was spricht also dagegen, sich deutscher Patriot zu nennen? Nichts, richtig. Die Franzosen haben ihre Patrioten, die Briten, die Schweden, die Finnen, die Iren, die Italiener, die Spanier, und und und. Und nirgendwo in diesen Ländern käme man auf die Idee, diese Patrioten als Nazis zu bezeichnen. Nur hier in Deutschland wird man automatisch zum Nazi gemacht, weil es eben seit 70 Jahren diese Umerziehung zum Kuschen gibt, sobald einer auch nur “Nazi” ruft. Wer ist denn da also der Kranke? Der, der zwischen Patriot und Nazi differenzieren kann, oder der, der immer noch nicht gelernt hat selbständig zu denken und weiterhin schön indoktrinierte Meinung wiederkäut?

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Hans
Gast
Hans

Interessanter Aufsatz zum Thema Patriotismus, aber mit unübersehbaren handwerklichen Fehlern. Marie Antoinette hat den Satz: “Wenn die Leute kein Brot zum Essen haben, sollen sie doch Kuchen essen”, nicht gesagt. Er wurde ihr nachträglich angedichtet. Und es hieß “Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation”, nicht “Nationen”. Oder auf Latein “Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicae”. Zumal der Begriff “Sacrum Imperium” erst 1157 und der Name “Sacrum Romanum Imperium” erst 1254 urkundlich erwähnt wurde. Die Erweiterung “Deutscher Nation” wurde im späten Mittelalter gegen Ende des 15. Jahrhunderts hinzugefügt. “Deutsch” oder “teutsch” wird pauschalisierend vom Stamm der Teutonen abgeleitet. Die Franzosen verwenden pauschalisierend den… Weiterlesen »